"Faszination und Ordnung des Materials"
Ida Scherdel

03. bis 26. April 2009

 
     
 

Ida Scherdels Materialbilder sind eine einzige, große und dazu noch recht vergnügliche Einladung zum Nachdenken. Und wenn es auch vom Betrachter abhängt, wie weit er dabei kommt; es ist kein Studium der Kunstgeschichte erforderlich, um mit dieser zeitgenössischen Kunst etwas anfangen zu können. Metall-, Stoff- und Plastikreste; alles, was im Abfall zu finden ist, kann Ida Scherdel für ihre Materialbilder gebrauchen; gebraucht oder auch verbraucht- in gewisser Weise sinnlos- muss dieses Material nur sein, dem sie durch ihre ordnende Sicht neuen Sinn gibt.

Der Weg der 1937 in München geborenen Ida Scherdel zu diesen Materialbildern war lang. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste in München, sie ist Kunsterzieherin zunächst in Nürnberg, seit 1970 in Hof. Doch hat sie ihr Beruf nicht davon abgehalten, künstlerisch recht aktiv zu sein: zunächst befasste sie sich mit ÖI- und Aquarellmalerei, dann mit Keramik und seit einigen Jahren nun also mit dem Materialbild. Am Anfang stand hierbei ein Griechenlandaufenthalt, das Material stammte damals überwiegend aus der Natur, und auf sie zurückzuführende Eindrücke prägten das Bild. Inzwischen verwendet sie Materialien, die gewissermaßen nicht nur eine Vergangenheit, sondern eine Geschichte haben, die schon durch die Hände von Menschen gegangen sind, und in dieser Form zumindest ausgedient haben: die Blechdose, farbige Stoffreste, Plastikfigürchen, ein Autoschild. Der Betrachter ist in besonderer Weise gefordert, wenngleich ihn die Künstlerin nicht alleine lässt. Über die Titel möchte sie ihm den Einstieg in ihre, mehr aber wohl noch in seine Bildwelt ermöglichen; denn sie engt das Blickfeld nicht ein, möchte es offensichtlich weiten.

„Die Dinge neu sehen. Blickwechsel - das Wissen über sie und ihre vermeintliche Bedeutung aus anderer Perspektive betrachten, sie neu zuordnen und aus der Bedeutungslosigkeit emporheben. In einem Prozess des Idealisierens wird Missachtetes, Verworfenes zum Mittelpunkt, zum aufregenden, anregenden Kern der Sache, der gedankliche Assoziationen evoziert und Fragestellungen nahezu erzwingt. Fragestellungen nach der Inwertsetzung der Dinge, die nach einem Rückfall in den Status des Urstoffes durch den schöpferischen Akt zu Neuem, Bedeutendem werden: Transformationen, Transfigurationen, Transmitter einer Botschaft, die nun im tiefen Inneren des Betrachters Gestalt gewinnt. Das Ding wird zum Symbol, zu Paradigmatischem, angetan mit dem Mantel des Mystischen und vielfältig deutbar.“ 
Ida Scherdel




Eigene Ausstellungen:
Anchorage, Dinkelsbühl, Hof, Kulmbach, Münchberg, München, Rehau, Schönwald, Verona

Sammelausstellungen:
u. a. in Bayreuth, Hof, Marktredwitz, Nürnberg, Plauen und Schwarzenbach/Saale

 
     
     
 

 

Öffnungszeiten:
Vernissage 03.04.2009, 19.00 Uhr
Samstag & Sonntag 13.30 - 17.30 Uhr
und nach Vereinbarung


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